Gemeindeabstimmung Allschwil · 29. November 2026

NEIN zur Tram8-Verlängerung

Am 29. November stimmt Allschwil über eine Umzonung beim Schulhaus Gartenhof ab. Auf dem Schulareal soll die Wendeschlaufe für die verlängerte Tramlinie 8 entstehen, dazu Gebäude mit bis zu 9 Geschossen. Wer Ja stimmt, gibt damit auch dem Tram grünes Licht.

Erst klare Pläne, dann abstimmen.

Stimmzettel im Klartext

Irreführung auf dem Stimmzettel

Die Abstimmungsfrage verschweigt, worum es wirklich geht.

Das steht auf dem Stimmzettel

«Umzonung der Parzelle A-788 in eine Zentrumszone»

Kein Wort vom Tram

Das bedeutet ein Ja

  1. Eine Wendeschlaufe für das Tram 8 neben dem Schulhaus Gartenhof
  2. Gebäude mit bis zu 9 Geschossen auf dem Schulareal
  3. Grünes Licht an den Landrat für die Tramverlängerung

Vollständiger Wortlaut: «Wollen Sie den Beschluss des Einwohnerrates Allschwil betreffend Teilzonenplan Binningerstrasse (Teil B) und damit die Umzonung der Parzelle A-788 in eine Zentrumszone annehmen?» Laut Teilzonenreglement dient die Zentrumszone Gartenhof ausdrücklich der «Tramwendeschlaufe».

Argumente

13 Gründe für ein NEIN

Das Wichtigste auf einen Blick. Für Details und Quellen einfach aufklappen.

Thema 1

Schulhaus & Grünraum

Die Parzelle A-788 ist heute grün und für öffentliche Zwecke reserviert.

  1. 01 Eine Tramschlaufe neben dem Schulhaus Die Wendeschlaufe beansprucht einen grossen Teil des Sportplatzes.

    Die Wendeschlaufe des Trams 8 soll auf das Areal beim Schulhaus Gartenhof. Schulkinder müssten künftig an Tramgleisen vorbei zur Schule. Die Gefahr durch die Schlaufe ist einer der Gründe, warum der Landrat seinen Entscheid zurückgestellt hat.

    Quellen: Mitwirkungsbericht, Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 4.1

  2. 02 Der letzte grüne Streifen geht verloren Die Parzelle ist heute vollständig grün. Nach dem Bau bleibt davon wenig.

    Mit Tramschlaufe und Neubau bleibt vom letzten grünen Streifen an der Binningerstrasse nicht viel übrig. Aus dem Areal liesse sich viel mehr machen: für das Schulhaus, für das Quartier und für ein besseres Klima vor Ort.

    Quelle: Teilzonenreglement Art. 32

  3. 03 Bis zu 9 Geschosse auf dem Schulareal Selbst der Kanton findet die Einpassung «noch nicht hinreichend nachvollziehbar».

    Die neue Zone erlaubt bis zu 9 Vollgeschosse für Wohnen und Gewerbe. Neue Wohnungen bringen neue Schulkinder. Gleichzeitig fehlt dann Land, falls das Schulhaus Gartenhof wachsen muss.

    Quellen: Teilzonenreglement Art. 32, Kantonale Vorprüfung, Ziff. 4.2

Thema 2

Verkehr & Strasse

Ein teures Tram, das am Ziel vorbeifährt.

  1. 04 Das Tram fährt an den Arbeitsplätzen vorbei Ins Bachgraben-Gebiet fährt es frühestens ab ca. 2040.

    Das Tram 8 fährt an den Bahnhof SBB, aber nicht ins Bachgraben-Gebiet mit dem Innovationszentrum, wo die Arbeitsplätze entstehen. Ein Anschluss ist laut Kanton «erst langfristig (ab ca. 2040)» denkbar. Und die Binningerstrasse hat laut Einwohnerratskommission «bereits aktuell eine gute öV-Erschliessung».

    Quellen: Info-Faltblatt Kanton/Gemeinde, Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 4.1

  2. 05 Ohne Tram mehr Platz für Grün und Velo Ohne Gleise könnte die Binningerstrasse grüner und velofreundlicher werden.

    Gleise, Haltestellen und Fahrleitungen brauchen viel Platz im Strassenraum. Ohne Tram gäbe es Raum für Bäume, breitere Trottoirs und mehr Platz fürs Velo. Gut mit dem öV erschlossen ist die Strasse laut Einwohnerratskommission schon heute.

    Quelle: Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 4.1

  3. 06 Jahrelange Baustelle, schwierige Anlieferung Rund drei Jahre Bauzeit, allein für Tram und Strasse.

    Gewerbetreibende befürchten laut Einwohnerratskommission, dass der Verkehrsfluss behindert und die Anlieferung erschwert wird. Für Anwohnende heisst das Lärm, Staub und Umleitungen.

    Quellen: Info-Faltblatt Kanton/Gemeinde, Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 2.3

Thema 3

Wachstum & Gewerbe

Eine Verdichtung, die Allschwil in diesem Ausmass nicht braucht.

  1. 07 Das Tram ist der Motor für noch mehr Beton Laut Kommission die «verkehrstechnische Basis für die angestrebte Verdichtung».

    Aus dem Gewerbegebiet soll ein dichtes Wohn- und Geschäftsquartier werden, mit eigenem Hochhauskonzept. Die Kommission erwartet selbst, dass dies den «Verdrängungsprozess im Sinn der ‹Gentrifizierung›» verstärkt. Das Tram aber hilft nicht, dass der Verkehr in Richtung Allschwil weniger wird, und für die zukünftigen Mitarbeiter und Bewohner ist das Ziegelei-Areal sehr gut durch den ÖV erschlossen.

    Quelle: Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 1, 3.4 und 5

  2. 08 Gewerbe wird verdrängt Rückschritt statt Entwicklung.

    Mit dem Teilzonenplan und dem Tram 8 wird ein Grossteil der heutigen Gewerbebetriebe verdrängt. Werkstätten, Handwerk und Arbeitsplätze im Quartier verschwinden. Die jetzt ansässigen Gewerbebetriebe werden durch ein Tram stark eingeschränkt.

    Vgl. Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 5 («Gentrifizierung»)

Thema 4

Verfahren & Transparenz

Wer abstimmt, braucht alle Informationen. Genau die fehlen.

  1. 09 Zurück zur Mitwirkung statt jetzt abstimmen Die Mitwirkung galt einer ganz anderen Planung.

    Damals waren Tram, Teilzonenplan und Quartierplanungen direkt miteinander verknüpft. Heute sind sie voneinander getrennt, mit vielen Unklarheiten. Die Planung hat sich bisher als unstrukturiert erwiesen. Die Vorlage gehört zurück in die Mitwirkung.

    Quelle: Mitwirkungsbericht

  2. 10 Abstimmen, obwohl zentrale Fragen offen sind Machbarkeit der Kreuzung offen, Kosten der Coop-Parkplätze unklar.

    Bei der Kreuzung Binninger-/Spitzwaldstrasse ist laut Einwohnerratskommission sogar die Machbarkeit noch offen. Die Coop-Parkplätze sollen im Untergrund verschwinden. Wer die Kosten dafür trägt, wurde schon gefragt, eine Antwort gibt es bis heute nicht.

    Quelle: Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 2.2 und 4.1

  3. 11 Abmachungen hinter verschlossenen Türen Vereinbarungen mit Eigentümern sind nicht öffentlich.

    Die Gemeinde hat mit Grundeigentümern und den Umsetzern der Quartierplanungen Abmachungen getroffen. Den Stimmberechtigten fehlen damit die Informationen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden.

  4. 12 Informationen fürs Ja, Schweigen bei Kritik Eingeschriebene Briefe bleiben unbeantwortet.

    Das Ja-Komitee wurde von der Gemeinde bevorzugt mit Informationen versorgt. Auf kritische Fragen reagiert die Gemeinde nicht, und Berichte von Entwicklungsbüros werden ignoriert.

  5. 13 Umstritten im Saal, durchgewunken im Rat Erstaunlich, wie einig sich links und rechts sind.

    An den Informationsveranstaltungen waren Teilzonenplan, Quartierplanung und Tram 8 stark umstritten, die Stimmung war unruhig. Im Einwohnerrat und im Gemeinderat ging der Teilzonenplan trotzdem ohne kritische Fragen oder Bemerkungen durch.

Ein klares Nein ist echte Mitsprache

Ein Ja sichert keine Mitsprache: Das Resultat ist für das Tramprojekt rechtlich nicht verbindlich, und ein vom Landrat beschlossenes Tramprojekt geht der Zonenplanung der Gemeinde vor. Das klarste Zeichen an den Landrat ist ein Nein.

Quelle: Bericht Kommission Einwohnerrat, Kap. 4.1 und 4.4

NEIN

Offene Fragen

Diese Fragen sind bis jetzt unbeantwortet

Vor einer Abstimmung dieser Tragweite müssten sie geklärt sein.

  • Wer bezahlt die Coop-Parkplätze, die in den Untergrund verlegt werden?

    Unbeantwortet
  • Was hat die Gemeinde mit Eigentümern und Quartierplanern genau vereinbart?

    Nicht öffentlich
  • Ist die Kreuzung Binninger-/Spitzwaldstrasse überhaupt machbar?

    Offen
  • Wo soll das Schulhaus Gartenhof wachsen, wenn die Parzelle verbaut ist?

    Unbeantwortet
  • Wie sollen ansässige Gewerbler ihre Zu- und Wegfahrt regeln, wenn der geplante Tramverkehr sie behindert?

    Unbeantwortet
  • Wann fährt ein Tram dorthin, wo die Arbeitsplätze sind?

    Frühestens ab ca. 2040

Fakten

Die Zahlen hinter dem Projekt

Quellen: Info-Faltblatt Kanton BL / Gemeinde Allschwil (2023), Teilzonenreglement Binningerstrasse, Bericht Kommission Einwohnerrat (2025).

9 Vollgeschosse

sind in der neuen Zentrumszone Gartenhof maximal erlaubt

1137m Tramlinie

so lang ist die geplante Tramlinie schlussendlich

685 Personen pro Tag

braucht es als Fahrgäste, um die Investition in 30 Jahren abzuschreiben

81.39 Mio. Franken

erste Kostenschätzung für Strasse und Tramverlängerung

3 Jahre Bauzeit

rechnet der Kanton allein für Tram und Strasse

2040 frühestens

«ab ca. 2040» ein möglicher Anschluss Richtung Bachgraben

2024Mitwirkung Teilzonenplan
2025Landrat stellt Tramprojekt zurück
29.11.2026Abstimmung Zentrumszone Gartenhof
ab 2028ca. 3 Jahre Baustelle (Plan 2023)
2040+Bachgraben vielleicht

Komitee

Wer hinter dem NEIN steht

Allschwilerinnen und Allschwiler aus verschiedenen Quartieren, Berufen und Generationen.

  • Roland NaefArchitekt, Präsident
  • Michel AebiEigentümer Auto Aebi
  • Gabriele BlochGeschäftsführer, Co-Präsident KMU
  • Cyril BohnenblustCYBO Cars GmbH
  • Jacques ButzBürgerratspräsident
  • Arnout CalmeynCEO Kallysoft Informatik AG
  • Aurelio FlammerGeschäftsführer Jos. Pfaff AG
  • Domenico ForastefanoGeschäftsführer / Inhaber Marcel Fischer AG
  • Philippe HofmannGemeinderat und Bürgerrat, Die Mitte
  • Felix Kellere. Landrat, Die Mitte
  • Ueli KellerEinwohnerrat (parteilos)
  • Roman Klausere. Landrat und Gemeinderat
  • Pascal KunleallSafety AG, Co-Präsident KMU
  • Renata Naef-BammatterKindergarten-Lehrperson
  • Bruno Nüsslilic. iur. Rechtsanwalt und Notar
  • Nicole Nüsslilic. iur. Rechtsanwältin, e. Gemeindepräsidentin
  • Raul PenaInhaber Decuspena AG Küchendesign
  • Louis SeifriedGeschäftsführer EL-Tech Engineering
  • Pascale Ucellae. Landrätin

Fragen & Antworten

Gut zu wissen

Worüber stimmen wir genau ab?

Über die Zentrumszone Gartenhof auf der Parzelle A-788 beim Schulhaus Gartenhof. Die Zone erlaubt die Tramwendeschlaufe, Wohnen und Gewerbe mit bis zu 9 Vollgeschossen sowie eine Grün- oder Freiraumanlage von mindestens 1700 m².

Geht es dabei wirklich um das Tram?

Ja. Rechtlich geht es um die Zone, politisch um das Tram. Der Landrat hat seinen Entscheid zur Tramverlängerung zurückgestellt, bis Allschwil sich äussert. Laut Kommission des Einwohnerrats ist die Abstimmung «auf kantonaler Ebene ein politisches Signal, ob die Allschwiler Bevölkerung die geplante Tramverlängerung wünscht».

Was passiert bei einem NEIN?

Die Parzelle A-788 bleibt in der Zone für öffentliche Werke und Anlagen, also für öffentliche Zwecke reserviert. Und der Landrat erhält ein klares Signal aus Allschwil gegen die Tramverlängerung in dieser Form.

Seid ihr gegen den öffentlichen Verkehr?

Nein. Wir wollen einen öV, der die Menschen dorthin bringt, wo sie arbeiten, also auch ins Bachgraben-Gebiet. Die heutige Planung tut das frühestens ab ca. 2040.

Warum zurück zur Mitwirkung?

Weil sich die Mitwirkung auf eine ganz andere Planung bezog. Damals waren Tram, Teilzonenplan und Quartierplanungen miteinander verknüpft. Heute werden sie getrennt behandelt. Die Bevölkerung soll sich zur Planung äussern können, über die sie tatsächlich abstimmt.

Was kostet das Projekt?

Gemäss erster Schätzung kosten Neugestaltung Binningerstrasse und Tramverlängerung rund 81,39 Mio. Franken. Davon tragen der Kanton Basel-Landschaft ca. 35,38 Mio., Basel-Stadt, die Gemeinde Allschwil und Private ca. 15,8 Mio. und der Bund ca. 30 Mio. Franken. Wer die Verlegung der Coop-Parkplätze in den Untergrund bezahlt, ist offen.

Wie lange dauern die Bauarbeiten?

Gemäss Zeitplan des Kantons von 2023 wird ab 2028 rund drei Jahre gebaut, allein für Tram und Strasse. Seither hat der Landrat das Projekt zurückgestellt. Ein verbindlicher Gesamtzeitplan liegt nicht vor.

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